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  Was ist ein Kindervogelschießen?
Sackhüpfen
 
Erklärung anhand eines Zeitungsartikels
von E.-P. Marquardt aus dem Jahre 1984.
  Am 15. und 16.6 feiert die Grundschule Göhl ihr traditionelles Kinderfest. Seit dem Jahre 1921 wird in Göhl ein Kindervogelschießen gefeiert. Ein Vermerk in der Schulchronik aus diesem Jahre beweist die lange Tradition: „Auf Wunsch der Eltern wird ein Schulfest abgehalten mit Musik und Tanz, welches sich zu einer Art Volksfest ausgebildet hat.“  
  Kindervogelschießen 1966 Die Umzüge durch das Dorf waren damals ein farbenfroher Anblick. Die Königspaare führten unter einer selbst geflochtenen Blumenkrone den Umzug an. Sie erhielten - so wird mündlich überliefert - ein silbernes Besteck mit Friesenmuster.  
Eine Unterbrechung in der langen Reihe der Feste gab es nur während der schweren Zeit der Kriegsjahre. Jedoch bereits am 24. Juli 1947 wurde wieder ein „Vogelschießen“ veranstaltet, und da die britische Militärregierung das Schießen mit Gewehr oder Armbrust verboten hatte, begnügte man sich mit dem Vogelpicken auf eine Ringscheibe, um König und Königin zu ermitteln.
 

„Bei schönstem Sommerwetter wurde der festliche Umzug unter Vorantritt einer Musikkapelle und das anschließende Volksfest auf einer Wiese im Freien durchgeführt. Alle teilnehmenden Kinder erhielten wieder reichliche Kuchen und Kaffee und ein kleines Geschenk.“ (Chronik 1947)

 
 

Das war für damalige Verhältnisse nicht selbstverständlich, denn es mussten doch mehr als 200 Kinder beschenkt werden. Der Notlage entsprechend handelte es sich allerdings um praktische Geschenke wie Kleiderstoffe und Schuhe. Eine ältere Göhler Einwohnerin weiß zu berichten, dass die Kinder damit nicht immer zufrieden waren und sich lieber Spielsachen wünschten.

 
 

In den folgenden Jahren verregnete so manches Fest, und man entschloss sich deshalb im Jahre 1951, auf der Weide des Bauern Th. Koesling in einem großen Zelt zu feiern. Nach weiteren 25 Jahren konnte man dann in die neu erbaute Mehrzweckhalle einziehen.

 
 

Erhalten hat sich aber immer noch der alte Ablauf des Festgeschehens. Am Nachmittag vor dem Fest werden bei Wettspielen die „Majestäten“, Königin und König sowie Prinzenpaare ermittelt. Die Tradition des Vogelschießens wird auf dem Schießstand der Göhler Schützengemeinschaft fortgesetzt, indem sich alle Schüler der 3. und 4. Klasse im Luftgewehrschießen messen. Und auch heute noch erhält jedes Kind ein schönes Geschenk.

 
 

Der Höhepunkt des Festes ist aber immer wieder der farbenprächtige Umzug durch das Dorf. Dabei werden die Königspaare noch wie in den 50er Jahren mit einer geschmückten Ponykutsche gefahren. Am Nachmittag findet dann in der Halle der Kindertanz statt. Die Kinder unterhalten die Gäste mit Polonaisen, Volkstänzen und anderen Darbietungen, und sie bedanken sich auf diese Weise bei allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben.

 
  Der Abend klingt aus mit einem Tanz der Erwachsenen in der Halle, zu dem nicht nur Eltern, sondern alle Einwohner des gesamten Schuleinzugsbereiches herzlich eingeladen sind.  
 
Lichterkette
 
  Auch heute noch, im Jahre 2013, feiert die Grundschule Göhl mit dem gesamten Dorf das Kindervogelschießen. Lediglich wenige Ablaufänderungen wurden inzwischen vorgenommen: Die Wettspiele finden am Freitag statt, beim Schießen werden die Luftgewehre seit 2003 durch Armbrüste ersetzt und nach dem Festumzug am Sonnabend Vormittag, den die Majestäten und Prinzenpaare in einer Kutsche nach der Musikkapelle anführen, klingt der Festtag gegen 13:00 Uhr mit dem Kindertanz aus.  

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Aktualisiert: 10.11.13
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© H.-J. Peters
 
 
 
 
 
 
 
 
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