Logo
Anschrift
 
  Frau Both wurde in den Ruhestand verabschiedet  
     
 
Auszüge aus der Abschiedsrede von Frau Both am 30. Januar 2004
40 Jahre im Schuldienst in ein und derselben Gemeinde. Nun wird es Zeit, dass ich gehe. Sonst sagt eines Tages so ein kleiner Steppke: "Ich soll dich von meiner Oma grüßen. Die ist auch bei dir zur Schule gegangen." Väter und Mütter, die mich auf diese Weise grüßen lassen, gibt es inzwischen genug ...  
Nr. 234
Die Hauptperson der Feier: Frau Both
Mein Start in den Schuldienst fand in Plügge statt. Ausstattung der Kinder: ein Lesebuch, ein Sprachbuch, ein Rechenbuch. Fast alles was heute den Ranzen füllt, gab es damals noch nicht.  
Es waren richtige Landkinder: ruhig, unkompliziert, schweigsam, sie zum Reden zu bringen, war nicht einfach (heute ist es umgekehrt!) ... ... sie konnten geduldig warten, sehr gut zuhören, wussten alles über Nachbarschaft, Dorf, Tiere, Pflanzen und Landwirtschaft. Kaum ein Kind war je an der Ostsee gewesen, die Strände total leer, Oldenburg war der absolute Höhepunkt! Weitere Höhepunkte waren das Kinderfest, das Feuerwehrfest und das Schweineschlachten. Im Herbst kam ein Kind nach dem anderen und teilte mir mit: "Morgen komm ich nicht, Schwein schlachten." Naiv fragte ich: "Ja, und was hast du damit zu tun?" "Blut rühren!" Ein, zwei Tage später war es dann der größte Spaß, den Schweineschwanz dem Lehrer hinten an die Jacke zu hängen.  
 
Nr. 235
Der ehemalige Schulleiter, Herr Marquardt (3. v. r.) mit seiner Frau und jetzige Kollegen und Mitarbeiter der Schule
 
Nr. 233
Der Postbote überbringt das Protestschreiben der Klasse 4
 
Nr. 237
Protest !!!
 
Nr. 238
Klasse 2 verliest die "Guten Wünsche", die ihrer Klassenlehrerin Frau Both, zusammen mit gemalten Bilder, in einer Mappe überreicht werden.
 
Nr. 236
Klasse 3 führt das Theaterstück vom Regenbogenfisch auf Englisch auf. Die Dekoration wurde von den Klassen 1 und 3 gemeinsam gestaltet.
Bilder vom Regenbogenfisch
Am Anfang meiner Tätigkeit fielen mir Redewendungen bei den Kindern auf: "Der Herr hat gesagt..." oder "Der Herr hat's verboten...". Waren die Leute hier katholisch? Keineswegs! Mein Schulleiter, Herr Malchow klärte mich auf und erzählte mir eine Begebenheit, die sich ein, zwei Jahre vorher zugetragen hatte. "Der Herr" kam zur Schule geritten, befahl einem Kind, den Schulmeister zu holen. Herr Malchow kam und "der Herr" wies ihn an: "Machen Sie mir die Kinder nicht zu schlau, ich brauche Dumme für den Schweinestall!" Sprachs und ritt davon (nachzulesen in der Schulchronik). ... ...  
Hier in der Gutsgegend erlebte ich nun ein Kastensystem, das mir sehr fremd war. Da wurde sehr genau geguckt, mit wem ich sprach und in wessen Haus ich ging. Da gab es die Familien der Gutsbesitzer, dann erst mal gar nichts, dann die Bauernfamilien, dann die Landarbeiter, und ganz unten die so genannte "asoziale Kaste". ... ...  
Nr. 239
Die Kinder hätten Frau Both gern an der Schule behalten!
 
Dann in den Siebziger Jahren:
Die Landschulen waren plötzlich nicht mehr "in", ein- oder zweiklassig, das war nichts, was konnte man da schon lernen, und überhaupt auf dem Lande! Statt dessen möglichst alle Kinder in die Stadt. Die Grundschule in Neustadt schulte über 300 Schulanfänger ein! Für mich war das eine Horrorvorstellung! Und ich finde es auch heute noch unverantwortlich. So war es schnell klar: so lange es eine kleine Schule gibt, gehe ich dorthin.
 
Von etwa 14/15 Schulen hier im Umkreis sind auf dem Lande drei geblieben: Gremersdorf, Neukirchen und Göhl. Da muss man sich fragen, wieso Göhl, direkt vor den Toren Oldenburgs? Göhl hatte eben einen weitsichtigen und kämpferischen Bürgermeister, Herrn Höper, mit den damals richtigen politischen Kontakten und so blieb Göhl als Schulstandort erhalten und ich hatte wieder meine kleine Schule!  
1971 ... ... kaum eine Pause - wir hatten ja kein Lehrerzimmer und wanderten zu dritt, zu viert über den Schulhof - ohne Lachen. Kinderfeste dauerten damals bis zum Morgengrauen. Die Kinder wurden halb acht abends ins Bett geschickt und dann kam das ganze Dorf ... und tanzte und feierte anfangs im Zelt, später in der Mehrzweckhalle. ... ... Es wurde damals weniger gereist, es gab weniger Freizeitaktivitäten, aber es gab tolle Feste. ... ...  
1979 legten wir vier Frauen der Schule uns einen neuen, jüngeren Schulleiter zu, Herrn Marquardt. ... ... Tolles Schulklima, Teamarbeit, pädagogische Freiheit und Hilfestellung in jeder Schulsituation kennzeichneten diese (24) Jahre.  
Und jetzt mein letztes halbes Jahr: Wie ein Wirbelwind zog Frau Böhme durch die Schule ... ... Aufbruch in die Schule des 21. Jahrhunderts! Für mich war es aufregend, unruhig, aber auch interessant. Ich gedenke, als "olle Lehrerin des 20. Jahrhunderts" die Veränderungen mit Interesse zu verfolgen und würde mich über Gespräche und Kontakte zu euch freuen.  
Ich wünsche allen Mitarbeitern der Schule Glück und Erfolg bei der Arbeit und viele Kinder für die Zukunft. Aber auch mehr Ruhe, mehr Muße, mehr Entspannung, damit ihr körperlich und psychisch gesund bleibt, nur dann haben die Kinder was davon: Ihr seid alle Top-Lehrer, Top-Mitarbeiter !!!!!  
     
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
  Die Grundschule Göhl verabschiedet Frau Both mit einem ganz großen DANKESCHÖN und den allerbesten Wünschen in den Ruhestand !  
     
 
zurück zu den Veranstaltungen
zur Startseite
 
Aktualisiert: 01.09.05
Optimiert für: IE 6.0

Auflösung: 1024x768

© H.-J. Peters
 
Suche im Internet nach