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| Auszüge
aus der Abschiedsrede von Frau Both am 30. Januar 2004 |
| 40
Jahre
im Schuldienst in ein und derselben Gemeinde. Nun wird
es Zeit, dass ich gehe. Sonst sagt eines Tages so ein
kleiner Steppke: "Ich soll dich von meiner Oma grüßen.
Die ist auch bei dir zur Schule gegangen." Väter
und Mütter, die mich auf diese Weise grüßen
lassen, gibt es inzwischen genug ... |
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Die
Hauptperson der Feier: Frau Both
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| Mein
Start in den Schuldienst fand in Plügge statt. Ausstattung
der Kinder: ein Lesebuch, ein Sprachbuch, ein Rechenbuch.
Fast alles was heute den Ranzen füllt, gab es damals
noch nicht. |
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| Es
waren richtige Landkinder: ruhig, unkompliziert, schweigsam,
sie zum Reden zu bringen, war nicht einfach (heute ist
es umgekehrt!) ... ... sie konnten geduldig warten, sehr
gut zuhören, wussten alles über Nachbarschaft,
Dorf, Tiere, Pflanzen und Landwirtschaft. Kaum ein Kind
war je an der Ostsee gewesen, die Strände total leer,
Oldenburg war der absolute Höhepunkt! Weitere Höhepunkte
waren das Kinderfest, das Feuerwehrfest und das Schweineschlachten.
Im Herbst kam ein Kind nach dem anderen und teilte mir
mit: "Morgen komm ich nicht, Schwein schlachten."
Naiv fragte ich: "Ja, und was hast du damit zu tun?"
"Blut rühren!" Ein, zwei Tage später
war es dann der größte Spaß, den Schweineschwanz
dem Lehrer hinten an die Jacke zu hängen. |
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Der ehemalige Schulleiter, Herr Marquardt (3.
v. r.) mit seiner Frau und jetzige Kollegen und
Mitarbeiter der Schule
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Der
Postbote überbringt das Protestschreiben
der Klasse 4
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Protest
!!!
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Klasse
2 verliest die "Guten Wünsche",
die ihrer Klassenlehrerin Frau Both, zusammen
mit gemalten Bilder, in einer Mappe überreicht
werden.
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Klasse
3 führt das Theaterstück vom Regenbogenfisch
auf Englisch auf. Die Dekoration wurde von den
Klassen 1 und 3 gemeinsam gestaltet.
Bilder vom Regenbogenfisch
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| Am
Anfang meiner Tätigkeit fielen mir Redewendungen
bei den Kindern auf: "Der Herr hat gesagt..."
oder "Der Herr hat's verboten...". Waren die
Leute hier katholisch? Keineswegs! Mein Schulleiter, Herr
Malchow klärte mich auf und erzählte mir eine
Begebenheit, die sich ein, zwei Jahre vorher zugetragen
hatte. "Der Herr" kam zur Schule geritten, befahl
einem Kind, den Schulmeister zu holen. Herr Malchow kam
und "der Herr" wies ihn an: "Machen Sie
mir die Kinder nicht zu schlau, ich brauche Dumme für
den Schweinestall!" Sprachs und ritt davon (nachzulesen
in der Schulchronik). ... ... |
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| Hier
in der Gutsgegend erlebte ich nun ein Kastensystem, das
mir sehr fremd war. Da wurde sehr genau geguckt, mit wem
ich sprach und in wessen Haus ich ging. Da gab es die
Familien der Gutsbesitzer, dann erst mal gar nichts, dann
die Bauernfamilien, dann die Landarbeiter, und ganz unten
die so genannte "asoziale Kaste". ... ... |
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Die
Kinder hätten Frau Both gern an der Schule
behalten!
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Dann
in den Siebziger Jahren:
Die Landschulen waren plötzlich nicht mehr "in",
ein- oder zweiklassig, das war nichts, was konnte man
da schon lernen, und überhaupt auf dem Lande! Statt
dessen möglichst alle Kinder in die Stadt. Die Grundschule
in Neustadt schulte über 300 Schulanfänger ein!
Für mich war das eine Horrorvorstellung! Und ich
finde es auch heute noch unverantwortlich. So war es schnell
klar: so lange es eine kleine Schule gibt, gehe ich dorthin.
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| Von
etwa 14/15 Schulen hier im Umkreis sind auf dem Lande
drei geblieben: Gremersdorf, Neukirchen und Göhl.
Da muss man sich fragen, wieso Göhl, direkt vor den
Toren Oldenburgs? Göhl hatte eben einen weitsichtigen
und kämpferischen Bürgermeister, Herrn Höper,
mit den damals richtigen politischen Kontakten und so
blieb Göhl als Schulstandort erhalten und ich hatte
wieder meine kleine Schule! |
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| 1971
... ... kaum eine Pause - wir hatten ja kein Lehrerzimmer
und wanderten zu dritt, zu viert über den Schulhof
- ohne Lachen. Kinderfeste dauerten damals bis zum Morgengrauen.
Die Kinder wurden halb acht abends ins Bett geschickt
und dann kam das ganze Dorf ... und tanzte und feierte
anfangs im Zelt, später in der Mehrzweckhalle. ...
... Es wurde damals weniger gereist, es gab weniger Freizeitaktivitäten,
aber es gab tolle Feste. ... ... |
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| 1979
legten wir vier Frauen der Schule uns einen neuen, jüngeren
Schulleiter zu, Herrn Marquardt. ... ... Tolles Schulklima,
Teamarbeit, pädagogische Freiheit und Hilfestellung
in jeder Schulsituation kennzeichneten diese (24) Jahre. |
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| Und
jetzt mein letztes halbes Jahr: Wie ein Wirbelwind zog
Frau Böhme durch die Schule ... ... Aufbruch in die
Schule des 21. Jahrhunderts! Für mich war es aufregend,
unruhig, aber auch interessant. Ich gedenke, als "olle
Lehrerin des 20. Jahrhunderts" die Veränderungen
mit Interesse zu verfolgen und würde mich über
Gespräche und Kontakte zu euch freuen. |
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| Ich
wünsche allen Mitarbeitern der Schule Glück
und Erfolg bei der Arbeit und viele Kinder für die
Zukunft. Aber auch mehr Ruhe, mehr Muße, mehr Entspannung,
damit ihr körperlich und psychisch gesund bleibt,
nur dann haben die Kinder was davon: Ihr seid alle Top-Lehrer,
Top-Mitarbeiter !!!!! |
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