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Es
saß auf dem Schlosse Plön Herzog Johann Adolf zu
Holstein-Sonderburg, der war ein großer Kriegsheld,
aber auch ein großer Zauberer. Er verstand die Passauer
Kunst, war kugelfest und konnte sich unsichtbar machen. Die
Feinde konnte er so verblenden, dass sie weder ihn noch seine
Leute sahen. Einmal war er recht im Gedränge, da verwandelte
er sich und alle seine Streiter in Bäume, da standen
die Feinde und gafften den Wald an und traten an die Bäume
und taten, was sie nicht lassen konnten, davon hatten hernach
die Krieger Johann Adolfs ihre Stiefeln voll.
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| Schloss
Plön ist ganz von weiten Seen umgeben; in Ferne einer
Meile davon liegt Stocksee, aber der Umweg, den man zu
Lande machen muss, ist viel länger. Der Herzog war
gern in Stocksee und fuhr Sommer und Winter über
den großen Plöner See zu Wagen hinüber.
Einmal fuhr ein Bauer hinter dem Herzog her und kam auch
glücklich an den Strand. "In wessen Namen tatest
du das?" fragte ihn der Herzog. "Im Namen von
Euer Herzoglichen Gnaden!" antwortete der Bauer.
"Das war dein Glück," sprach der Herzog,
"aber ein anderes Mal lass es bleiben! |
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Aus
Stocksee wollte der Herzog gern eine Stadt gemacht haben und
befahl beim Antritt eines Kriegszugs nach Ungarn und gegen Polen
unter Kaiser Leopold, den Ort zu vergrößern, seiner
Gemahlin aber, Dorothea Sophia, geborene Prinzessin von Braunschweig,
gefiel Plön besser. Sie nahm das für Stocksee ausgesetzte
Geld und erbaute die Neustadt Plön. Als der Herzog zurückkam,
fuhr er sogleich nach Stocksee, und da er von seinen Befehlen
nichts vollzogen sah, schwor er, dass seine Frau sterben solle.
Sie erfuhr das also bald, und als sie aus einem Fenster des
Schlosses ihren strengen Gemahl heranfahren sah, stürzte
sie sich aus dem Fenster. Der Herzog aber gebrauchte seine Kunst,
und sie kam ohne Schaden an den Boden, und der Herzog sagte
ihr, er habe allerdings geschworen, dass sie sterben solle,
doch Eile habe es mit dem Sterben keine, sie möge doch
warten, bis ihr Stündlein von selbst schlage. Das hat sie
getan und hat ihren Herrn und Gemahl noch überlebt. |
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Zwischen
Plön und Stocksee liegt ein Dorf, heißt Ruhleben,
alldort hat Herzog Johann Adolf sein unruhiges Leben
beschlossen, bei seinem Tode soll es aber eigen hergegangen
sein, man spricht nicht gern davon, zeigt aber im stillen
ein Fenster, aus welchem der Herzog von einem Unbekannten
geholt worden sei.
Quelle:
Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1853
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