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| Rapskrankheiten |
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für eine gleichmäßige, rasche Keimung
und eine gesunde Rapspflanze ist die Bodenbearbeitung.
Gekonnte Produktionstechnik bei Winterraps beginnt schon
vor der Aussaat. An erster Stelle steht das gleichmäßige
Einarbeiten des Strohs. Daher gilt bereits bei der Ernte
der Vorfrucht, dass Stroh und Spreu gleichmäßig
auf dem Acker verteilt werden müssen. Hierzu setzt
der Landwirt häufig einen Spreuverteiler ein. |
| Raps
stellt besondere Ansprüche an die Bodenbearbeitung.
Standardgerät ist hier nach wie vor der Pflug. Für
die Aussaat ist ein mittelfeines, gut rückverfestigtes
Saatbett entscheidend. Ein zu feines Saatbett verschlämmt
sehr leicht, so dass der Keimling nur sehr schwer auflaufen
kann. Durch den auftretenden Luftmangel werden die Ertragslagen
am Wurzelhals der Pflanze so schon zu einem frühen
Zeitpunkt reduziert. |
| Mit
Cadillac, Capitol, Contact, Lincondor, Lion (Neuzulassung
2002), Lirajet, Panther, Artus, Mohican, Talent, Express
und anderen sind verschiedene Winterrapssorten am Markt,
die je nach Bodenbeschaffenheit, Standort, Klima und Standfestigkeit
ausgebracht werden können, um für eine problemlose
und sichere Ernte mit hohen Erträgen zu sorgen. |
Trotz
aller Sorgfalt bei der Bodenbearbeitung und der Auswahl
der Rapssorte kann es immer wieder zu Rapskrankheiten
kommen. Gerade im Winter 2002 wurden Rapspflanzen in Ostholstein
von der Kohlhernie befallen. Eine Krankheit, die
Korbblütler befällt. Durch den außergewöhnlich
regenreichen Februar 2002 wurden die Nährstoffe im
Boden tief nach unten gespült, die Wurzeln der Rapspflanzen
konnten diese nicht mehr aufnehmen und wurden durch die
Nässe somit besonders anfällig für Krankheiten.
Ein Gegenmittel für die Kohlhernie gibt es nicht.
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Wurzelhals-
und Stängelfäule
(Phoma lingam) |
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| Schadbild
am Blatt:
Nach Ausbildung der ersten Laubblätter
können darauf wachsende Flecken mit erst
gelbem, dann braunem Rand entstehen. Diese
Flecken sind deutlich abgegrenzt und haben
ein völlig weißes, abgestorbenes
Zentrum. Typisch sind kleine schwarze Fruchtkörper
(Pyknidien) in den Flecken. Später können
diese aufreißen und z. T. herausfallen.
Im Frühjahr sind die Blattflecken vom
Herbst an älteren Blättern meist
verschwunden, während der Pilz über
den Winter lebensfähig bleibt. Neue Blattinfektionen
werden erst ab Mai an jüngeren Blättern
sichtbar. |
Schadbild
am Wurzelhals: Schon sehr früh
kann bei sehr starkem Befallsdruck dicht unter
der Bodenoberfläche rings um den Wurzelhals
eine Zone absterbender Rinde entstehen. Dieser
wird zunehmend eingeschnürt, die Leitungsbahnen
werden z. T. unterbrochen. Solche Pflanzen
verfärben sich rotviolett und sterben
unter günstigen Bedingungen bereits im
Herbst ab. |
| Schadbild
an der Wurzel: Die meist im Herbst
kaum sichtbaren Wurzelinfektionen breiten
sich während der Vegetation weiter aus
und können auch die Stängelbasis
erfassen. Die Wurzelrinde verfault, meist
wird die Wurzel schwarz, und die absterbende
Pflanze lässt sich ab Ende Juni leicht
aus dem Boden ziehen. Über der Befallsstelle
am Wurzelhals ist die Stängelbasis z.
T. wulstartig aufgetrieben und stark zerfurcht.
Hier sind vor der Abreife kleine schwarze
Pyknidien erkennbar. So befallene Pflanzen
brechen ganz oder teilweise ab und reifen
vorzeitig. |
| Schadbild
an Stängel und Schoten: Unregelmäßig
verteilt erscheinen etwa ab der Blüte
am Stängel langgezogene Flecken, die
meist mit dunklem Rand abgegrenzt sind. Diese
Infektionsstellen gehen oft von Verletzungen
aus. Auch an den Schoten sind solche Flecken
zu finden. Sie bleichen aus und enthalten
zahlreiche Pyknidien, die mit der Lupe gut
zu sehen sind. |
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Weißstängeligkeit
(Sclerotinia sclerotiorum) |
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Schadbild:
In etwa handbreiten Zonen häufig
von Verzweigungsstellen ausgehend
hellt sich das Rindengewebe des Stängels
auf. Der Übergang zum gesunden Gewebe
ist farblich nicht scharf begrenzt; niemals
schwarz wie bei Phoma.
Die
Handgriffkrankheit tritt nach
dem Abfallen
der Blütenblätter auf. Im Stängelinneren
findet man weißes Pilzgeflecht, das
sich später zu schwarzen, verschieden
gestalteten Kügelchen (Dauerkörper
= Sklerotien) zusammenzieht (rechte Abbildung).
Nur bei feuchtem Wetter treten Geflecht
und Sklerotien auch außen auf der
Befallsstelle auf. Typisch für die
Krankheit ist, dass sich das Rindengewebe
bastartig abheben lässt. Bei frühem
Befall dringt der Pilz rasch in das Stängelgewebe
ein, unterbricht dabei die Leitungsbahnen
und führt damit zur Notreife der Pflanzenteile
über der Infektionsstelle. Befallene
Pflanzen ragen oftmals über den sich
neigenden reifenden Bestand.
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Rapsschwärze
(Alternaria brassicae) |
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Schadbild:
Frühestens
Ende Mai, meist jedoch erst im Juni und Juli
finden sich an Stängeln und Schoten kleine
tiefschwarze Flecken des Alternaria-Pilzes.
Am Stängel strecken sich die Flecken
z. T. länglich und weisen dann ein helles
Zentrum auf. Bei starkem Befall fließen
die Flecken ineinander. Befallene Schoten
schrumpfen, werden vorzeitig dürr und
platzen bei wechselfeuchter Witterung weit
vor der Ernte auf.
Überwiegend Schrumpfkornbildung.
Häufig gleichzeitiges Auftreten mit anderen
Pilzen. Die spätere Reife des Sommerrapses
führt dort meist zu stärkerem Befall
als auf Winterraps. |
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Grauschimmelfäule
(Botrytis cinerea) |
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Schadbild:
Früher
Befall zeigt sich an Einzelpflanzen bereits
während der Pflanzenstreckung. Dabei
entsteht am unteren Stängelteil ein mit
grauem Pilzrasen überzogener Bereich.
Befallene Pflanzen bleiben zurück und
sterben ab, ebenso befallene Blütenstände.
Bei Stängelbefall bleichen
Stängel aus wie bei Weißstängeligkeit,
aber: keine Sklerotien im Stängel, Rindengewebe
nicht bastartig abzuheben, manchmal dunklere
Zonierung auf hellem Grund. Späterer
Befall führt an Schoten zu grauem, abwischbarem
Pilzrasen. Befallstellen sind nicht scharf
begrenzt. Schoten schrumpfen leicht und platzen
bei wechselfeuchter Witterung vorzeitig auf. |
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Typhula-Fäule
(Typhula gyrans) |
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Schadbild:
Nur
im Frühjahr nach der Schneeschmelze sind
befallene Einzelpflanzen zu finden. Zunächst
sind der Herzteil der Pflanze sowie die Stängel
der älteren Blätter stark geschrumpft
und mit weißem Pilzgeflecht überzogen.
Die Blattspreiten verfärben sich von
gelb bis rötlich und
sterben schließlich durch Vertrocknen
ab. Die Wurzel bleibt zunächst intakt.
An den vom Pilzgeflecht überzogenen Pflanzenteilen
findet sich ein mehr oder minder dichter Besatz
von stecknadelkopfgroßen, erst honiggelben,
dann dunkelbraunen Sklerotien von Typhula
gyrans.
Die gleichmäßige kleine Form dieser
Sklerotien lässt eine sichere Unterscheidung
von anderen sklerotienbildenden Pilzen zu.
Befallene Pflanzen haben keine Überlebenschance
und sind bis Mai völlig verrottet. Das
Schadausmaß ist in der Regel gering,
weil sich der Befall in zufälliger Verteilung
auf Einzelpflanzen beschränkt und damit
nur zu einer geringfügigen, bisweilen
nicht ungünstigen Ausdünnung des
Bestandes führen kann. Epidemieartige
Ausbreitung des Befalles ist bisher nicht
beobachtet worden. |
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Kohlhernie
(Plasmodiophora brassicae) |
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| Schadbild:
Im
Herbst zeigen Rapspflanzen nesterweise bei
anhaltend trockenwarmer Witterung Welkeerscheinungen.
Blätter gilben und verfärben sich
rot. An Haupt- und Seitenwurzeln finden sich
unregelmäßig geformte Wucherungen
mit gefurchter Oberfläche. (Verwechslungsmöglichkeit
mit Gallen des Kohlgallenrüsslers
jedoch deren Auftreten nur an der Hauptwurzel
mit glatter Oberfläche und Fraßgang
mit Käferlarve im Inneren). Befallene
Pflanzen sterben selten völlig ab, bleiben
aber in der Entwicklung zurück und bringen
kaum Ertrag. |
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Schadbild:
Nach
Herbstfrösten blasenförmiges Auftreiben
von grauweiß verfärbten Blättern.
Nach Kahlfrösten frieren oberirdische
Teile weit zurück. Der Schaden reicht
von einzelnen abgestorbenen Blättern
über Zerstörung des Herzens bis
zu tief in den Boden vordringender Vernichtung
der Wurzel. Bisweilen am Wurzelhals tiefe
senkrechte Risse, deren Ränder wulstartig
vernarben. Derartige Pflanzen entwickeln sich
mit viel Laub, mehreren Trieben, aber schlechtem
Schotenansatz verkrüppelt weiter. Spätfröste
im Frühjahr führen zur Verkrümmung
des Triebes, der aber nach wenigen Tagen weitgehend
begradigt ist. Nach Spätfrösten
platzen oftmals die Stängel an den Fraßstellen
der Stängelrüsslerarten auf. Nachfolgendes
Eindringen von Wasser führt zu Fäulen
am Stängelgrund. |
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Cylindrosporium-Flecken
(Cylindrosporium concentricum) |
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Erste
Befallsbeobachtungen in den milden Wintern
1988 und 1989 in Norddeutschland; danach auch
im nördlichen Unterfranken beobachtet.
Der
Pilz ist ein Vertreter des maritimen Klimas.
Schadbild:
Meist erst im Frühjahr erscheinen auf
der Ober- und Unterseite der Blätter
anfangs kleine runde weißlich gepunktete
Flecken (mit der Lupe sind weiße Sporenlager
zu sehen), die größer werden und
zusammenfließen. Die Flecken werden
fahlbraun, wölben sich teilweise auf
und reißen oberflächlich auf. Bei
Befall der Mittelrippe sind sichelartige Verformungen
möglich.
Am Stängel und an Seitentrieben zeigen
sich zunächst kleine längliche,
weiße Vertiefungen mit verkrusteten
Querrissen. Später werden daraus langgezogene
braune Stängelflecken mit einem dunklen
Rand und gut erkennbaren Querrissen. Befallene
Knospen verbräunen, Schoten sind verformt,
notreif und haben an den verbräunten
Stielen ebenfalls verkrustete Querrisse. |
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Mehltau
(Erysiphe communis) |
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| Schadbild:
An Ausfallraps, seltener an früh gesätem
Zwischenfruchtraps entsteht im September ein
weißer Überzug von Pilzgeflecht
auf älteren Blättern, der sich zum
Teil wegwischen lässt. Stark befallene
Blätter vertrocknen und sterben ab. |
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Infos
zum Thema Raps entstammen den Websites von:
www.dsv-saaten.de
www.agrana-postau.de
www.rapskissen.com
www.pioneer.com/austria/agro/kosmetik.htm
www.uni-hohenheim.de
www.landwirtschaft.bayern.de |
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