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Der Fischfang
 
Der Fisch ist schon seit Urzeiten eine der wichtigsten Nahrungsquellen der Menschheit. Im Zweistromland, einer der Wiegen menschlicher Kultur, waren Fisch- und Schalentiervorkommen von Euphrat, Tigris und den Küstengewässern des Arabisch-Persischen Golfs schon vor 5000 Jahren eine der wichtigsten Nahrungsquellen. Im alten Rom und Ägypten hatten Lebewesen des Meeres - im geringeren Umfang auch die Bewohner der Flüsse und Seen - damals eine große wirtschaftliche Bedeutung. Davon zeugen Darstellungen von Fischen und Fischfang in altägyptischen Gräbern, kunstvolle Mosaiken und Wandmalereien in Provinzen des früheren Römischen Reiches.
Fische waren ein billiges Grundnahrungsmittel. Ihre Zubereitung und Verarbeitung zu Dörr- und Salzfisch ebenso wie die Herstellung von Kaviar aus Meeräschenrogen sind in vielen Wandbildern verewigt. Getrocknete und gepökelte Fische aus dem Niltal waren ein begehrter Exportartikel. Auch die berühmten Papyri über die ägyptische Heilkunst enthalten Hinweise auf viele Fische und daraus hergestellte Arzneien, die gegen viele Krankheiten genutzt wurden.
Antike Schriftsteller haben sich in ihren Werken mit Fischen, Schalen- und Weichtieren beschäftigt und die Methoden und Geräte beschrieben, mit denen sie gefangen wurden. Das Speeren und Angeln, das Fischen in Netzen und Reusen, waren nicht sehr verschieden von den heute in der handwerklichen Fischerei gebräuchlichen Techniken.
Wenn sich auch die Fangprinzipien im Verlauf der letzten Jahrtausende nicht wesentlich verändert haben - die Fangtechnik hat sich, unter Nutzung spezieller, wissenschaftlicher Erkenntnisse und moderner Methoden, gewaltig entwickelt.
Die Geburtsstunde der deutschen Hochseefischerei liegt mehr als 100 Jahre zurück. 1885 lief der erste deutsche Fischdampfer, die „Sagitta“ (148 BRT), zum Fischfang auf hoher See aus. Damals war die Nordsee ein wahres Fischmeer: Man konnte die Lachse vom Kutter aus schwimmen sehen. 1885 wurden in der Weser bei Hameln 8000 Lachs gefangen!.
Eine wichtige Erfindung des Karl von Linde schuf die Voraussetzung für die Hochseefischerei: Im Jahr 1875 entdeckte er die künstliche Herstellung von Eis mit Hilfe von Ammoniak. So war es möglich, ein frisches, qualitativ hochwertiges Lebensmittel anzulanden. Zum anderen konnte der frische Seefisch kontinuierlich über das Jahr angeboten und auch - gut vereist - ins Binnenland transportiert werden. Diese Tatsache bewirkte eine Strukturveränderung. Seefisch wurde nun nicht mehr ausschließlich in der Küstenregion, Süßwasserfisch nicht nur im Binnenland verzehrt.
  • 1886 fand die erste Fischauktion statt.
  • 1895 erfolgte die Einführung von Scherbrettern anstelle der vorher üblichen Baumnetze.
  • 1925 wurde der erste Motortrawler in Dienst gestellt. Durch die drahtlose Telefonie wusste man nun im Voraus, was die Schiffe anlanden würden.
  • 1930 wurde das Echolot entdeckt und erstmals installiert.
  • 1940 wurde das erste Tiefkühlfabrikschiff in Dienst gestellt.
  • 1957 lief der erste Heckfänger aus.
Der neue Schiffstyp, auf dem die Fische maschinell geschlachtet, filetiert, enthäutet und im Block tiefgefroren werden, nennt sich Fabrikschiff. Im Vergleich zum ersten Fischdampfer „Sagritta“ mit 148 BRT ist dieser Schiffstyp zwischen 2700 und 3200 BRT groß.
Heutzutage ist es möglich, durch die modernen Tiefkühl-Trawler ganzjährig Fische zu fangen, die in großen Schwärmen auftreten, unter anderem auch der Hering!
Vergleicht man die Statistiken der deutschen Fisch-Anlandungen in Tonnen zeigt sich ein starker Einbruch der Entwicklung Ende der siebziger Jahre. Dies ist größtenteils die Auswirkung der Seerechtskonverenzen. Auf den Seerechtskonverenzen wurden die Wirtschaftszonen der Fischerei auf 200 Seemeilen festgelegt, was für die deutschen Schiffe weitgehend zum Verlust der traditionellen Fanggründe und zur Verknappung des Fischangebots führte. Für die deutsche Hochseefischerei war es das Aus des Fischens vor Island.
Innerhalb der Europäischen Gemeinschaft wurden zudem Fangquoten festgelegt. Zusammen mit der Fangquotenbeschränkung bildete die Einführung der 200-Seemeilen-Zone die Begründung zur Beschränkung der Hochseeflotte 1980 auf 20 Fabrikschiffe und 12 Fischfänger. 1975 waren es noch 80 Fischereischiffe!
Und noch eine erschreckende Entwicklung soll aufgezeigt werden:
1968 wurden 130 000 Tonnen Hering gefangen, 10 Jahre später, 1978, waren es nur noch 8000 Tonnen!
 

Literatur:
"Hering & Co.", Marion Kiesewetter, Verlag Zabert-Sandmann

" Das Heringsbuch", Ingo Taubert, Matthes Verlag

"Das große Buch vom Fisch", Gräfe und Unzer Verlag

Nordsee: "Der Hering"
 
Hering und Co. - Steckbrief
Kurzgeschichte des Fischfangs
Bismarckhering & Co.
Was ist ein Matjes?
Matjesrezepte
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
Aktualisiert: 31.08.05
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© H.-J. Peters
 
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