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Bismarckhering & Co.
 
"Wenn der Hering so teuer wie der Hummer wäre, gälte er mit Sicherheit in den höchsten Kreisen als Delikatesse." Durch diese Äußerung des Kanzlers Bismarck in einer Gesprächsrunde kam der sauer eingelegte Hering zu seinem Namen.
Auch heute noch erfreuen sich die "Marinaden" besonderer Beliebtheit. Die Bezeichnung "Marinaden" ist auf gesäuerte Produkte beschränkt, die vorher weder gekocht noch gebraten wurden. Marinaden werden vor allem aus Heringen hergestellt. Aber auch andere Fischarten können zu Marinaden verarbeitet werden.
Die filetierte Rohware wird zunächst für 4 bis 6 Tage zum "Garen" in ein Essig-Salzbad gelegt. Hierfür benutzt man Fässer oder größere Becken. Durch das Salz wird das Fischeiweiß "denaturiert", dass heißt, von dem rohen in den genussfertigen Zustand gebracht.
Während das Salz dem Fleisch Wasser entzieht und es fester macht, hat die Essigsäure einen entgegengesetzten Effekt: sie macht das Fleisch zarter. Die Menge des Salzes und die Essigkonzentration hängen wesentlich von der Rohware, besonders ihrem Fettgehalt, ab und müssen daher sorgfältig aufeinander abgestimmt sein, um eine gute Qualität der Marinade zu erreichen. Danach kommen die Heringe in ein neues Garbad, dem Gewürze und Zucker zugesetzt werden.
Die Produktpalette aus Marinaden ist besonders reichhaltig:
  • Marinierte Heringe sind ausgenommene, nicht entgrätete Heringe ohne Kopf.
  • Bismarckheringe sind im Gegensatz zu marinierten Heringen entgrätet.
  • Kronsardinen sind keine Sardinen, sondern kleine, entgrätete Heringe ohne Kopf.
  • Rollmöpse sind aufgerollte Bismarckheringe ohne Kopf und Schwanzflosse. Den besonderen Geschmack erhalten Rollmöpse durch eingerollte Gewürze, Zwiebeln oder Gewürzgurke
  • Gabelmöpse sind enthäutete Heringsfilets, meist in einer Dillmarinade, aber auch in Curry-, Tomaten- oder anderen Saucen.
Mit dem Sild (Hering) verstehen die Skandinavier besonders gut umzugehen. Ihre Marinaden genießen Weltruf. Die verschiedenen Marinaden enthalten, neben Gewürzen und Kräutern, relativ viel Zucker. Reifen lässt man die Heringe in Holzfässern, die in Schweden in weit in die Berge getriebenen Stollen lagern. Bevor sie wieder ans Tageslicht kommen, werden sie noch einmal geprüft.
Gabelmöpse
Auch Koch- und Bratfische werden für verschiedene Produkte gesäuert, gelegentlich unter Gewürzzugabe zum Essig. Das ist zum Beispiel beim Bratrollmops der Fall.

Wegen ihres Fettgehaltes lassen sich Heringsfische sehr gut räuchern. Ein geräucherter Hering kommt als Bückling auf den Tisch oder geräuchert und aufgerollt mit Zwiebeln oder Gurke als Räucherrollmops. Die Sprotte hat Weltruhm erlangt als geräucherte "Echte Kieler Sprotten".
 

Literatur:
"Hering & Co.", Marion Kiesewetter, Verlag Zabert-Sandmann

" Das Heringsbuch", Ingo Taubert, Matthes Verlag

"Das große Buch vom Fisch", Gräfe und Unzer Verlag

Nordsee: "Der Hering"
 
Hering und Co. - Steckbrief
Kurzgeschichte des Fischfangs
Bismarckhering & Co.
Was ist ein Matjes?
Matjesrezepte
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
Aktualisiert: 31.08.05
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© H.-J. Peters
 
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