|
|
| |
|
 |
| |
| Hering
& Matjes |
 |
| |
| Wer
einmal auf einem kleinen Fischkutter mit hinaus aufs Meer
gefahren ist, weiß von der harten Arbeit an Bord.
Die Aufgaben von Kapitän, Matrose, Steuermann und
Maschinist übernimmt eine 2-Mann-Besatzung. Wenn
die Netze von der Trommel gerollt werden, beginnt für
sie das Warten: Prallvolle Netze sind selten geworden
und das Geschäft mühsam. Nur noch wenige Fischer
können vom Fang leben. |
| Um
so mehr freuen sich Einheimische und Touristen, wenn man
in den kleinen Häfen an der Ostsee in aller Herrgottsfrühe
Heringe, Schollen und Ostsee-Dorsch fangfrisch vom Kutter
kaufen kann. |
| Es
ist Frühling und die Restaurants werben gerade in
dieser Jahreszeit mit besonderen Fischspezialitäten:
Mai-Scholle mit Speckstippe, frisch gebratene Heringe
soviel man essen kann, Bücklinge frisch aus dem Rauch
und dem junge Matjes in 1001 Variation |
| Ende
Mai/Anfang Juni wird alljährlich in ganz Deutschland
die neue Matjessaison eingeläutet. Wir wollen dies
zum Anlass nehmen, ausführlich über des Deutschen
liebsten Fisches zu informieren. |
 |
Der
Hering (Clupea harengus harengus), engl. herring;
franz. hareng; ital. aringa; span. arenque,
gehört zu den heringsartigen Meeresfischen
mit meist langgestrecktem, schlanken Körper,
der mit Ausnahme des Kopfes mit dünnen, silberglänzenden
Schuppen bedeckt ist. Alle Flossen sind weichstrahlig,
nur eine Rückenflosse ist vorhanden, die Schwanzflosse
ist symmetrisch gegabelt. Die Arten der Heringsfamilie
unternehmen weite Laichwanderungen; einige steigen
hierzu auch in die Flüsse auf. |
|
|
Steckbrief: Körper lang gestreckt,
im Querschnitt oval mit Bauchkiel, Kiemendeckel glatt,
Unterkiefer vorstehend. Rückenflosse in der Mitte.
Rücken dunkelgrau oder dunkelgrün, Bauchseite
silbrig. Länge selten über 40 cm. Der Atlantische
Hering kommt, mit mehreren Lokalrassen, im Nordatlantik
(im Westen bis Rhode Island/USA, im Osten vom Eismeer
bis zum Ärmelkanal) und in der Ostsee vor. Die für
uns wichtigsten Heringsrassen sind die ostatlantischen
wie Weißmeerheringe, Murmanheringe, der winterlaichende
norwegische Hering, der baltische Hering und der Strömling. |
| Der
Hering ist ein schwarmbildender Freiwasserfisch, tagsüber
meist in Bodennähe, nachts steigt er in oberflächennahe
Schichten auf. Ein ausgeprägtes Liebesleben sorgt
für stattlichen Nachwuchs. Zur Laichzeit im Sommer
sammeln sich die Heringe zu großen Laichschwärmen,
wobei jedes Weibchen etwa 30 000 Eier ablegt. Nachdem
die Eier vom Männchen befruchtet wurden, sinken die
Eier auf den Boden, wo sie, bis zu 8 Lagen dick, wie ein
Teppich liegen bleiben und dadurch viele Laichräuber
(z.B. Schellfische) anlocken. |
| Bei
einer Länge von 3-6 cm erfolgt die Umwandlung der
Larven zu Jungheringen, die sich wie lebendes Lametta
über die Geburtszone verbreiten und nach erster Nahrung
suchen. Die Jungfische schließen sich, oft vermischt
mit jungen Sprotten, zu großen Schwärmen zusammen
und dringen in flaches Küstengewässer ein. |
| Nach
etwa 2 Jahren hat der Hering eine Länge von 20 cm
erreicht, doch laichreif wird er erst zwischen dem 3.
und 7. Jahr. Ein Alter von 20 Jahren kann der Hering durchaus
erreichen, wenn er sich vor den Treib- und Schleppnetzen
in Acht nimmt. |
 |
Für
den Wohlgeschmack eines Herings sind weniger sein
Alter als vielmehr Rasse, Herkunftsgebiet, Futtergründe
und vor allem der Ernährungszustand maßgeblich.
Auch die Behandlung nach dem Fang spielt eine
große Rolle für die Qualität.
Man unterscheidet 2 Arten der Fischerei, die
am häufigsten vorkommen:
|
| 1.
Die Logger-Fischerei. Dabei bleiben Treibnetze über
Nacht im Wasser. Ein so genanntes Fleet, ein bis
zu 7 Kilometer langer, aus vielen Stücken zusammengesetzter
Netzzaun wird ausgesetzt. So wird der Matjes (Fetthering)
meistens gefangen. |
| 2.
Die Fischerei von Trawlern (Fischdampfern). Der
Hering wird so hauptsächlich gefangen. Die
gefangene Ware wird noch auf hoher See einem Fabrikschiff
übergeben, dort sofort gekehlt, damit er ausblutet
und danach entweder gesalzen, gefrostet oder zu
Filets verarbeitet. Wird der Hering nicht gefrostet,
muss er sofort nach dem Fang sorgfältig auf
Eis gelagert und binnen weniger Stunden angelandet
werden. Je frischer die Ware, desto höher der
Erlös! |
|
Wegen
Überfischung war der Bestand im Atlantik schon
einmal sehr gefährdet. Inzwischen regeln Fangquoten
sein Überleben - und uns so erschwingliche
Delikatessen wie zarten Matjes oder Bismarckhering.
Aber auch als Frischfisch hat er seinen festen Platz
auf unseren Speisezetteln.
|
|
|
| |
| Biologische
Stadien im Laufe eines Jahres: |
Je
nach Ernährungszustand trägt der Hering im Laufe
eines Jahres in der Fischwirtschaft einen anderen Namen,
der gleichzeitig die Qualitätsänderung anzeigt.
Im Frühjahr, als "jungfräulicher"
Fisch vor dem Laichen, wird der Hering als Matjes
gefangen.
Im Sommer benötigt er seine Aufbaustoffe zur Bildung
der Geschlechtsorgane. Trotzdem ist er auch in diesem
Stadium von ausgezeichneter Qualität. Man spricht
von Vollhering oder Vollfetthering. Nach
dem Ablaichen im Herbst ist der Hering bereits mager und
für die Weiterverarbeitung von geringem Wert. Dieser
Hering wird als Ihle oder Hohlhering bezeichnet.
Um sich auf das Überwintern vorzubereiten und die
Zeit des geringen Nahrungsangebotes zu überstehen,
frisst er sich während der herbstlichen Vegetationsperiode
Fett an. Jetzt kommt er als Salzhering auf den
Markt.
Der völlig abgemagerte Winterhering ist für
die Verarbeitung kaum noch geeignet. |
| |
| |
Zur
Familie der heringsartigen Fische zählen außerdem: |
|
|
Sardine
oder Pilchard (Sardina pilchardus), 13-16 cm
Sprotte (Sprattus sprattus), bis 16,5 cm lang
Sardelle (Engraulis encrasicolus), bis 20 cm lang
Atlantischer Fadenhering (Opisthonema oglinum),
30 cm
Atlantischer Rundhering (Eutrumeus teres), bis 38
cm
Großer Wolfshering (Chirocentrus dorab), bis
zu 3,6 m! |
|
Sardine
|
|
| |
|
Literatur:
"Hering & Co.", Marion Kiesewetter,
Verlag Zabert-Sandmann
" Das Heringsbuch", Ingo Taubert, Matthes
Verlag
"Das große Buch vom Fisch", Gräfe
und Unzer Verlag |
|
|
|
|
|
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
|
|