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Ein
Märchen-Medley von Märchenonkel Friedrich
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| Ihr
kennt doch alle das Märchen Die Prinzessin auf der
Erbse? |
Ein
Prinz wollte eine richtige Prinzessin heiraten. Er ließ
alle Prinzessinnen auf 20 Matratzen schlafen unter denen er
eine Erbse legte. Merkte eine Prinzessin die Erbse, so ist sie
die richtige Prinzessin. Der Prinz heiratete die richtige Prinzessin.
Die Erbse kam in das Kunstkabinett des Prinzen. Sie wurde dort
ausgestellt.
Eines Tages kam ein Räuber in den Königspalast. Er
hatte es auf die Kunstsammlung und die Goldstücke des Prinzen
abgesehen. Da die Erbse einen extra Platz im Kunstkabinett hatte,
musste sie etwas Besonderes sein. Der Räuber Wegistes klaute
also auch die Erbse. In seiner Räuberhöhle untersuchte
er all seine geraubten Sachen. Als er die Erbse betrachtete,
dachte er, sie ist ein unnutzes Ding. Sie ist nicht aus Gold,
nicht aus Silber und ein Edelstein ist sie auch nicht. Was soll
ich damit? Ich schenke sie dem Bauern. |
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Neben
seiner Räuberhöhle stand ein Bauernhaus. Das Bauernhaus
war sehr heruntergekommen. Der Bauer war arm. Er musste sehr
viele Abgaben an den König entrichten. Darum konnte er
seinen Bauernhof nicht reparieren. Das Geld, was übrig
blieb, reichte gerade für das Essen und für das
Futter der Tiere. Der Räuber gab nun die Erbse dem Bauern.
Dieser pflanzte die Erbse in seinem Garten. Die Erbse ging
sehr schön auf und wurde eine starke Pflanze mit schneeweißen
Blüten.
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Die
Blüten waren so weiß, dass auch die Schneekönigin
davon hörte.
Sie wollte gerne die Erbsenpflanze besitzen. Darum befahl
sie dem Sturm, ihr die Pflanze in ihr Königreich zu holen.
Der Sturm machte sich sofort auf den Weg und blies so heftig,
dass er das gesamte Dach des Bauerhofes abdeckte. Doch die
Erbsenpflanze schaffte er nicht wegzuwehen. Die Sonne und
der Regen halfen der Erbse. Die Sonne vertrieb den Sturm.
Der Regen goss die Erbse. Die Erbse blühte wunderschön
und wurde immer größer.
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Das
hörte auch der Kaiser mit den neuen Kleidern.
Er wollte unbedingt auch solch wunderschöne Pflanze
haben. Er fuhr zum Bauern. Der Bauer versprach dem Kaiser,
dass er von der Erbsenpflanze eine Samenerbse bekäme.
Der Kaiser könne dann in dem darauf folgenden Frühjahr
die Erbse in seinen kaiserlichen Garten pflanzen. So
könne er sich im nächsten Frühsommer
an den Blüten ergötzen.
Es wurde Sommer und aus den Blüten wurden kräftige
Schoten. Der Bauer erntete die Schoten und legte die
Erbsen zum Trocknen, denn er wollte im nächsten
Jahr wiederum die Erbsen in seinen Garten pflanzen.
Auf dem Bauernhof waren Hühner und Enten. Unter
den Enten war ein solch hässliches Entlein, dass
der Bauer zu seiner Bäuerin sagte: Die hässliche
Ente werden wir schlachten und du machst uns morgen
einen Entenbraten. Diese Worte hörte auch
das hässliche Entlein. Es war sehr traurig.
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Als
der Bauer das Entlein fing und er mit ihr in die Scheune ging,
wusste es, jetzt muss ich sterben.
In der Scheune hatte er auch die Erbsen zum Trocknen gelegt.
Plötzlich riss sich das Entlein los und flog durch die
Scheune. Sie landete geradewegs bei den Erbsen.
"Bevor
ich geschlachtet werde, fresse ich schnell noch ein paar Erbsen,
als Henkersmahlzeit!"
Gedacht und getan. Das hässliche Entlein fraß ein
paar Erbsen. Aber was passierte da? Der Bauer schimpfte über
das hässliche Entlein und staunte dann nicht schlecht:
Als es die Erbsen gefressen hatte, wurde aus dem Entlein eine
goldene Ente mit goldenen Federn, goldenem Schnabel und an
den Federenden waren regenbogenschimmernde Edelsteine.
Nun wollte der Bauer die goldene Ente nicht mehr schlachten.
Er holte einen Käfig vom Boden der Scheune und sperrte
die Ente hinein. Im Käfig wurde die goldene Ente wieder
ein hässliches Entlein. Der Bauer traute seinen Augen
nicht. Er holte die Ente aus dem Käfig heraus und es
war wieder eine goldene Ente.
Dann ging der Bauer mit der Ente zur Bäuerin und zeigte
sie. Die Bäuerin fragte den Bauer, was passiert wäre
und wo er die goldene Ente her hätte. Der Bauer erzählte
seiner Frau alles. Die Bäuerin sagte zum Bauer: Erzähle
die Geschichte keinem. Wir werden die Erbsen trocknen und
im nächsten Jahr wiederum im Garten Erbsen anpflanzen.
Sodann ging die Bäuerin in die Scheune und holte die
Erbsen ins Bauernhaus und trocknete sie in ihrem Schlafzimmer
weiter. Sie nahm aber noch 3 Erbsen und gab diese einer anderen
Ente zu fressen. Und siehe da, es wurde auch eine goldene
Ente. Der Bauer nahm eine Ente und brachte sie zum Kaiser
mit den neuen Kleidern. Dieser wollte die goldene Ente haben
und kaufte sie für 250 Dukaten dem Bauern ab. Der Bauer
ging mit dem Geld nach Hause und ließ seinen Bauernhof
davon reparieren.
Im nächsten Jahr züchtete er wiederum in seinem
Garten Erbsen. Die Bäuerin gab abermals zwei Enten die
Erbsen zu fressen. Auch diese wurden goldene Enten. So wurde
aus dem armen Bauer, ein reicher Bauer. Er unterstützte
die armen Leute im Dorf und bekam großes Ansehen. Und
wenn er nicht gestorben ist, dann züchtet er heute noch
Erbsen und goldene Enten.
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