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Fast zwei Jahre Referendariat an der Grundschule Oldenburg-Land, Standort Göhl liegen hinter mir. Es wird Zeit ein kurzes Resümee zu ziehen.
Als ich im Dezember 2009 die Zusage für den Vorbereitungsdienst bekam, mir erst einmal einen Atlas zur Hand nehmen musste, um nachzuschlagen, wo es mich für die nächsten zwei Jahre meines Lebens wohl hinverschlagen sollte, konnte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen, dass es so eine tolle Zeit werden würde. Die Internetseite klärte mich über so manche Aktivität an der Schule auf und ich war sehr gespannt, was mich alles erwarten und wie ich den Ansprüchen, Lehrerin zu sein, gerecht werden würde.
Ich übernahm den Mathematikunterricht der nunmehr vierten Klasse und unterrichte außerdem Religion in den Klassen von Frau Peters und Frau Gudd. Aber auch Musik, ein Fach in dem ich leider zum 2. Staatsexamen nicht ausgebildet werde, kann ich nach meinen Erfahrungen im Studium weiter ausbauen. |
Neben "normalen" Mathematikstunden, in denen das selbstständige Rechnen im Vordergrund steht, stand im letzten Schuljahr eine Einheit zu den Fermi-Aufgaben – sehr offene Sachaufgaben – an.
Wir stellten uns Fragen wie: "Du legst in deiner Grundschulzeit mehr als 500 km Schulweg zurück. Kann das stimmen?"* oder "Sind alle Schüler der Grundschule in Göhl wohl größer als der Kölner Dom?"**
Mit Hilfsfragen, Abschätzungen und weiterreichenden Überlegungen kamen die Schüler zu einer sinnvollen Antwort. Sie stellten fest, dass Fermi-Aufgaben echt toll sind. Es macht Spaß die Welt auf diese Art und Weise zu entdecken. |
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Im Religionsunterricht haben wir intensiv an verschiedenen Themen gearbeitet:
Abraham, Josef, Aminatas Entdeckung – Wie leben Kinder im Senegal?, Meine Hände, Martin Luther, Schuld und Vergebung, Erntedank, Weihnachten, Ostern, Jona ... um nur ein paar zu nennen. |
Erfahrungen der besonderen Art machte ich bei der Klassenfahrt nach Büsum, der Lesenacht der dritten Klasse im letzten Schuljahr und der Segel-AG. Ich wollte eigentlich nur Zuschauer sein, durfte aber doch in einen Opti. Erinnern werde ich mich an die weihnachtlichen Ausflüge nach Lübeck ins Theater und zum Weihnachtsmarkt in Bad Schwartau. Die Einschulungsfeier und die verschiedenen Feste rund um den Schulalltag – Fasching, Laternenumzug, Kinderfest mit Umzug, Lauftag, Projektwoche, Sportfest, gemeinsames Frühstück, Abschied der vierten Klasse – rundeten das Ganze noch ab.
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Nach zwei Jahren merke ich immer stärker, wie gerne ich in meinem Beruf arbeite. Ich liebe die Herausforderungen in der Klasse und die Vorbereitungen am Schreibtisch. Wäret ihr, liebe Kinder, nicht dagewesen und hättet einen großen Teil dazu beigetragen, könnte ich heute nicht sagen: Die Referendariatszeit in Göhl war super! Sie lässt mich gespannt sein auf das, was mich in meiner ersten Stelle als "richtige" Lehrerin erwartet. Danke, dass ihr mir geholfen habt, diese Lehrjahre zu schönen Jahren zu machen. |
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* Kaum zu glauben aber wahr, denn: ein Jahr hat 365 Tage, das macht ca. 200 Schultage pro Schuljahr, wenn ich hin und zurück gehe, habe ich schon 400 Wegstrecken in nur einem Jahr, in vier Jahren sind das 1600 Wegstrecken. Ich nehme mal an, dass ich einen Schulweg von 1 km habe, dann laufe ich 1600 km in meiner gesamten Grundschulzeit. Natürlich verändert sich das Ergebnis, wenn ich einen längeren bzw. kürzeren Weg habe.
** Denk' doch einfach mal selbst nach. :-) |
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Mit lieben Grüßen
eure
Christine Miksch |
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