Praktikantin vom 20.03. - 31.03.2006

Von Bibern, Blumen und Begeisterung

Da stand ich nun vor der großen Tür der Grundschule Göhl. Ich, Laura Fentroß, deren Aufgabe es die nächsten Wochen sein sollte, der Schule als Praktikantin zu dienen.
Zunächst schlummerte das ganze Gebäude noch im Tiefschlaf. Nur Frau Böhme war da und begrüßte mich freundlich. Kaum ein Kind verirrte sich in den Gängen.
Dies änderte sich schlagartig, als Herr Becker mit seinem Bus auf den Hof fuhr. Rennende Kinder, lautes Lachen und fliegende Ranzen erfüllten die Räume.
"Hier wirst du jetzt zwei ganze Wochen bleiben", ging es mir durch den Kopf. Viele Kinder erkannten mich, weil ich ja in Göhl wohne. Die Frage "Wo ist Karlo?" (Anmerkung: mein Hund) wurde mir die ersten Tage mindestens stündlich gestellt. Andere Kinder, die mich nicht kannten, wollten wissen: "Bist du Frau Gudds Tochter?" Auch dies wurde allmählich geklärt.
Doch nun zum Unterricht selbst: Während meines Praktikums habe ich sowohl dem Unterricht der Lehrkräfte beigewohnt, als auch Stunden, meist als Aufsichtsperson, gegeben. An dieser Stelle noch einmal ein großes "Danke" für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Es ist schließlich nicht selbstverständlich, dass ein Praktikant so stark in den Schuldienst eingebunden wird. Es war schön, zusammen mit den Schülern mein Wissen über Robotergeschichten, Märchen, das Osterfest, Planeten, Frühblüher und über das Einmaleins zu erweitern. Toll war auch der Gesang der 2. Klasse an Frau Gudds Geburtstag.
Zu den Highlights zählen für mich natürlich die Einweihung der neuen Klassenräume und der Schulausflug ins Planetarium als krönender Abschluss. Beides hat sehr viel Spaß gemacht.
Kommen wir nun aber zu der wohl aufregendsten Sache bei einem solchen Praktikum: die erste selbst gestaltete Stunde. Ich hatte das Glück, in der ersten Klasse das Thema "Frühblüher" zu unterrichten. Ganz ehrlich gesagt, war ich sehr aufgeregt. Das äußerte sich durch ein flaues Gefühl im Bauch und durch den obligatorischen Papierstau, der entsteht, wenn man hektisch Material vervielfachen will. Mann steht in seiner ersten Stunde vor der alles entscheidenden Frage: "Werden diese 14 Erstklässler mitmachen oder lassen sie mich eiskalt durchfallen?" Hierzu ist zu sagen: Sie waren einfach klasse und entwickelten sich zu echten Winterlinge- und Schneeglöckchen-Experten.
War die Schule aus, verblieb immer noch die "Biberbande" unter der Leitung von Ober-Biber "Borchi" im Gebäude. Zwischen Hausaufgabenlust und -frust wird den "Bibern" die Möglichkeit gegeben, Mittag zu essen, mit Begeisterung zu werken, zu basteln und zu spielen. Die Teestunde ist auch fester Bestandteil der Biberzeit.
Ich habe die Zeit in der Biberbande stets genossen, weil es mir erlaubte, die starken Charaktere der Schüler auch außerhalb der Unterrichtsstunden zu studieren. Dies war sehr interessant, entwickelten sich einige "Unterrichtslöwen" doch zu den zahmsten "Bibern".
Zum Schluss bleibt mir nur noch zu sagen, dass mir die Zeit an der GS Göhl, welche teilweise auch sehr anstrengend war, sehr gut gefallen hat.
Anteil daran haben besonders Frau Böhme und Frau Borchers - Danke!
Vielen Dank
auch an Frau Gudd, dem Ehepaar Becker und allen fleißigen Mitarbeitern und Helfern der Schule.
Das größte Dankeschön haben natürlich die Schüler verdient, die mir sehr fair gegenüber aufgetreten sind. Ihr seid super! 
Allen zusammen wünsche ich eine tolle Zeit in den neuen Räumen und viel Erfolg bei der Gestaltung des neuen Biberraumes. Ich werde bestimmt noch einmal vorbeischauen. Bleibt so fröhlich, wir ihr seid!

Liebe Grüße,
Eure Laura

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